Denkt man an Wolfgang Amadeus Mozart, hat man schnell das Bild eines Wunderkinds vor Augen, eines gefeierten Virtuosen auf dem Klavier und der Violine, der bereits im Kleinkindalter zu komponieren begann und in seinen gerade einmal 35 Lebensjahren eine beeindruckende Vielzahl an Kompositionen hinterließ. Früh eignete sich Mozart einen unverwechselbaren Stil an, der meist schon nach wenigen Takten erkennbar ist und unter den Zeitgenoss:innen heraussticht. Bis heute beeindruckt, wie Mozart schon in jungen Jahren eine bemerkenswerte Tiefe mit einer unnachahmlichen Melodienseligkeit kombinieren konnte. Aus der Leichtigkeit seiner Musik darf man allerdings keine Rückschlüsse auf seine Lebensumstände ziehen, die auch für einen aufstrebenden jungen Komponisten aus dem beschaulichen Salzburg nicht immer ganz einfach waren.
Die Sinfonia concertante KV 364 schrieb Mozart nach einem längeren Aufenthalt in den damals so wichtigen Musikzentren Paris und Mannheim. Während seiner Reise kam ihm wohl die Idee, ein Konzertstück für zwei verschiedene Soloinstrumente zu schreiben, was in beiden besuchten Städten gerade in Mode war. Nachdem ihn sein Vater mit immer mehr Nachdruck zur Rückkehr nach Salzburg drängte, trat Mozart schließlich im Frühjahr 1779 eine gut bezahlte Anstellung als Hoforganist in seiner Geburtsstadt an. In Gedanken hing er aber wohl insbesondere seiner Mannheimer Zeit nach, wo er – neben neu gewonnen Künstlerfreunden aus der berühmten Hofkapelle – die Sängerin Aloysia Weber zurückgelassen hatte, in die er unsterblich verliebt war. All das schlägt sich nieder in der Sinfonia concertante, bei der auch im strahlenden Eröffnungssatz immer wieder eine Prise Melancholie durchscheint. Überhaupt beeindruckt die Emotionalität dieses einzigartigen Werks, dessen zweiten und dritten Satz die Komponistin und Bratschistin Sally Beamish für das heutige Konzert als ZeitSpiel überschrieben hat. Die große Verehrerin von Mozarts Werk spürt mit großem Respekt aber auch jeder Menge Humor der einzigartigen Klangsprache Mozarts nach und beweist darin auch ihre Expertise mit den beiden Soloinstrumenten. „Wie ein Instrument mit acht Saiten“ werden diese, laut Aussage von Anne-Sophie Mutter, bei Mozart behandelt und auch Beamish lässt sie gleichberechtigt in den Dialog miteinander und mit dem Orchester treten.