Robert Schumann / Béla Bartók / Alexander Zemlinsky
Mi 15.4.19:00Tickets
Fr 17.4.19:00Tickets
Mi 22.4.19:00Tickets
Sa 25.4.19:00Tickets
Fr 15.5.19:00Tickets
Mi 20.5.19:00Tickets
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit
Fr 22.5.19:00Tickets
Die Zeiten ändern sich, der Ort nicht. Schumanns Liederzyklus Frauenliebe und -leben – 1840: die Gefühle der namenlosen Frau kreisen um die Bedürfnisse eines Mannes. Ein Jahrhundert später bringt der jetzige Hausherr, Herzog Blaubart, eine neue Frau mit nach Hause – zwei mysteriöse Fremde, die sich magisch anziehen. Und wieder ein Zeitsprung: ins bürgerlich liberale Ehekonstrukt der Florentinischen Tragödie, wo eine ménage à trois eskaliert. Begehren wir in allen Zeiten gleich?
Drei Meisterwerke – zwei Jahrhunderte – eine Narration
Frauenliebe und -leben
Acht Lieder für Singstimme und Klavier op. 42 (1840) Komposition: Robert Schumann Gedichtzyklus: Adelbert von Chamisso
Herzog Blaubarts Burg
Oper in einem Akt (1918) Komposition: Béla Bartók Libretto: Béla Balázs
Eine florentinische Tragödie
Oper in einem Akt (1917) Komposition: Alexander Zemlinsky Libretto: Alexander Zemlinsky nach Oscar Wildes gleichnamiger Dichtung in der Übersetzung von Max Meyerfeld
PauseEine Pause von ca. 25 Minuten nach Herzog Blaubarts Burg (nach ca. 1 Stunde und 25 Minuten)
AltersempfehlungAb 14 Jahren / Klasse 9
SpracheIn deutscher und ungarischer Sprache
Triggerwarnung
Wir machen darauf aufmerksam, dass die Inszenierung von Frauenliebe und -sterben frauenfeindliche Handlungen enthält und sexuelle wie körperliche Gewalt darstellt.
Die Zeiten ändern sich, der Ort nicht. Tobias Kratzer, Regisseur von Frauenliebe und -sterben, verbindet Meisterwerke dreier Komponisten und ummantelt sie mit einer Erzählung, die einem großen Familienepos gleicht. Dabei werden aus den vermeintlichen Einzelschicksalen Panoramen von Sitte und Moral unserer Vergangenheit und Gegenwart. Robert Schumanns Liederzyklus Frauenliebe und -leben – 1840 ereignet sich ein Frauenschicksal, wie es unzählige gab: erste Liebe, Heirat, Ehe, Geburt und schließlich Tod der Frau. Die Gefühle der namenlosen Protagonistin kreisen um die Bedürfnisse des Mannes, der sich mehr und mehr von ihr entfernt. In die Rolle dieser Frau schlüpfen vier Ausnahmekünstlerinnen, die den Liederzyklus interpretieren:
Kate Lindsey am 12.4. und 15.4. Annette Dasch am 17.4. und 15.5. Marlis Petersen am 22.4. und 25.4. Vera-Lotte Boecker am 20.5. und 22.5.
Eine Generation später bringt der jetzige Hausherr, Herzog Blaubart, eine neue Frau mit nach Hause: Judith. Die beiden ziehen sich magisch an – sie fasziniert vom mysteriösen Fremden, er von ihrem Glanz. Doch nach und nach entdeckt Judith Blaubarts früheres Leben samt den dort lauernden Abgründen. Und wieder ein Zeitsprung: In der Florentinischen Tragödie erkennen wir ein gänzlich neues Ehekonstrukt – bürgerlich, aber durchaus liberal. Als Simone seine Frau Bianca bei einer Affäre mit dem jungen Guido ertappt, verzeiht er ihr. Doch mehr und mehr dominieren traditionelle Geschlechterrollen. Die ménage à trois eskaliert. Kurzum: Begehren die Menschen in allen Zeiten gleich? Wo liegen Unterschiede?
Rahmenprogramm
Das Vermittlungsprogramm der Hamburgischen Staatsoper
Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer, keine Anmeldung erforderlich
Am 22. Mai 2026, findet im Anschluss an die Vorstellung ein Publikumsgespräch CLICK in – debatte: Bilanzen mit Produktionsbeteiligten im Vorderhaus statt, das die Möglichkeit bieten möchte, in einen Dialog über die Inszenierung zu treten und Seh- und Höreindrücke Revue passieren zu lassen. Hier können Fragen gestellt, Eindrücke geschildert und Kritik geübt werden.
„Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg: Sensationell, vom ersten Einsatz an, den Karina Canellakis bei ihrem Hausdebüt an der Staatsoper gibt. Klug, vielschichtig, elegant, farbensatt, ausbalanciert und in Engführung mit der dramatischen Absicht der Partitur, mit ihren Möglichkeiten und Extremen. [...] Kratzer wird konkret und verortet gesellschaftshistorisch. Er erzählt Blaubarts Verbrechen an Eckdaten entlang, die den Wandel zum Liberaleren belegen sollen, am Ende aber vor allem interessant anzusehen sind. [...] Annika Schlicht ist eine packende Judith, die sich tief in die Höhen ihrer Partie hineinschraubt, die immer intensiver wird. Und immer mehr Johan Reuter, der als Blaubart stimmstarkes Profil beweist, an die sprichwörtliche Kulissen-Wand singt und spielt.“
Wie viel Freiheit steckt in einer historischen Rolle? Und wann wird Tradition zum Korsett? Wir haben die Solistinnen Vera-Lotte Boecker, Annette Dasch, Kate Lindsey, Marlis Petersen und Annika Schlicht zum Gespräch gebeten – zwischen historischen Kostümdetails und hochaktuellen Fragen über Emanzipation und Rollenbilder in der heutigen Opernwelt.
In den kommenden Wochen veröffentlichen wir hier nach und nach die persönlichen Perspektiven unserer Künstlerinnen.
Was lehrt uns der Blick zurück über die Welt von heute? Kate Lindsey sieht in der ehrlichen Auseinandersetzung mit der Operngeschichte die notwendige Basis für einen modernen Wandel. Für sie liegt der Schlüssel im Kontrast: Nur wenn wir die alten Strukturen auf der Bühne real erlebbar machen, verstehen wir, wie weit wir als Gesellschaft bereits gekommen sind.
Wie viel Gegenwart verträgt historischer Opernstoff? Mezzosopranistin Annika Schlicht über den Wandel der Perspektiven auf und hinter der Bühne. Sie erklärt, warum sie eindimensionale Rollen heute bewusst „gegen den Strich bürstet“ – mal durch zwischenmenschliche Tiefe, mal durch die entlarvende Karikatur alter Klischees.
Frauenliebe und -sterben
Robert Schumann / Béla Bartók / Alexander Zemlinsky
Dauer
170 Min
PauseEine Pause von ca. 25 Minuten nach Herzog Blaubarts Burg (nach ca. 1 Stunde und 25 Minuten)
AltersempfehlungAb 14 Jahren / Klasse 9
SpracheIn deutscher und ungarischer Sprache
Triggerwarnung
Wir machen darauf aufmerksam, dass die Inszenierung von Frauenliebe und -sterben frauenfeindliche Handlungen enthält und sexuelle wie körperliche Gewalt darstellt.
Alle Termine
Mi 15.4.2619:00
Staatsoper, Großes Haus
Oper
Frauenliebe und -sterben
Robert Schumann / Béla Bartók / Alexander Zemlinsky