HANDLUNG: Ein Monster auf dem Thron

BILD I

Ein Prolog im Himmel: Die zwei „Vampiretten“ Vampi und Bampi schweben über den Dingen. Sie erwarten den Weltuntergang, den „Wärmetod des Universums“. Generalbass der Szene ist die Klage der beiden, dass ihre Warnungen nicht gehört werden. Ihre „Lieder [werden] nicht aufgenommen“, ihre Körper nicht mehr beachtet.

Dennoch beschließen die beiden ein letztes Mal in die Welt aufzubrechen! Wenn ohnehin alles egal ist, kann man es genauso gut nochmal versuchen ...

Aus der Ferne tönen die Lockungen des Seemonsters Gorgonzilla: Er, den die Explosion eines Kernkraftwerks entstehen ließ, bietet sich als Retter und Schutzpatron der Menschheit an.

BILD II

Ein überladener Palast. Der König-Präsident fiebert, befeuert von  seinen zwei servilen „Adlati“ Mickey und Tuckey, seiner Wiederwahl entgegen. Die Vampiretten – verkleidet als Miss Piggy und Kermit – versuchen den König-Präsidenten zu töten, aber er ist nicht kaputtzukriegen.

Stattdessen entgleitet ihr Ziel ins monströse Gegenteil:  Der König-Präsident wächst zu Riesengröße an. Und Miss Piggy und Kermit vervielfachen sich. Unter den erschrockenen Augen Vampis  und Bampis töten die neu entstandenen Kermits alle Miss Piggies.

Ein Bär überbringt die Glückwünsche des Volkes. Ein ent- fesselter Mob von Zombies entert den Palast. Und von oben ertönt  immer wieder als warnende Stimme eine weibliche Goddess.

Gorgonzilla rettet die Vampiretten aus dem allgemeinen Pandämonium.

BILD III

Gorgonzilla haust auf einer utopischen Insel: ein Refugium für alle, „die friedlich sind und es bleiben wollen“. Militärische Angriffe wehrt er mit seinen Superresilienzkräften ab.

Der König-Präsident besucht Gorgonzilla und versucht ihn  mit hämischen Anmerkungen aus der Reserve zu locken. Aber Gorgonzilla lässt ihn abblitzen und zieht seines Weges: in Richtung des zerstörten Präsidentenpalastes.

BILD IV

Vampi und Bampi durchwandern die Welt. Um sie herum toben Kriege und Naturkatastrophen. Je größer das Rasen von Mensch und Natur, desto mehr treten auch Verwerfungen und Gereiztheiten zwischen den Vampiretten auf. Aber alle Schutzräume erweisen sich als zerstört: „Der Platz Gottes ist derzeit verwaist.“ 

Vampi und Bampi bleibt nichts als zuzuschauen und mit ihren Smartphones zu filmen. Zu spät kommend werden sie Zeuginnen eines epischen Kampfes: Inmitten von Nebel und Stimmengewirr treffen Gorgonzilla und der König-Präsident wieder aufeinander und attackieren sich in patriarchalem Kräftemessen.

Für einmal scheint der Richtige zu gewinnen. Gorgonzillla besiegt und frisst den Präsidenten und tritt an dessen Stelle. Aber die Zerstörung hat schon um sich gegriffen. „Nimmt das denn nie ein Ende?“

„UND WENN SIE NICHT GESTORBEN SIND ... “

Bild V, Monster's Paradise

BILD V

Gorgonzilla hat die Herrschaft übernommen: „ein Monster sitzt jetzt auf [dem] Thron“. Aber die Rettung der zerstörten Erde überfordert auch die Superkräfte des Seemonsters. Eine neue Menschheit dämmert herauf („Frauen inzwischen auch dabei, wer hätte das gedacht!“) und kurzzeitig scheint sich die Natur zu erholen; aber das in den Katastrophen der Vergangenheit entfesselte Feuer lässt sich nicht mehr eindämmen.

Gorgonzilla wirft die Krone von sich und nimmt zumindest Vampi und Bampi noch mit auf seine utopische escape route: Als letzte Rettung lockt „der Ozean“ ...

Ein Happy End so überzeichnet wie die Groteske zuvor: Während Gorgonzilla am Ende verschwunden bleibt, tauchen die Vampiretten auf einem Floß wieder auf. Darauf auch ein Klavier, das „weiter und weiter“ spielt. Als könnte die Kunst noch etwas retten?

 

Der Beitrag ist ein Auszug aus dem Programmheft zur Produktion.