Ruth Berghaus †
Ruth Berghaus wurde 1927 in Dresden geboren und gilt als eine der zentralen Theaterpersönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihr künstlerisches Schaffen konzentrierte sich zunächst auf Ost-Berlin mit Inszenierungen an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, dem Berliner Ensemble, am Deutschen Theater, sowie das Kabarett-Theater Distel. Von 1971 bis 1977 war sie Intendantin des Berliner Ensemble. Von 1980 bis 1987 arbeitete Berghaus an der Frankfurter Oper, wo ihre bedeutendsten Inszenierungen entstanden, u. a. Die Zauberflöte, Die Entführung aus dem Serail, Die Trojaner, Die Sache Makropulos, Parsifal und die erste vollständige Inszenierung des Ring des Nibelungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Choreografien und Inszenierungen führten sie an weitere bedeutende Theater- und Opernhäuser wie u. a. das Nationaltheater Mannheim, die Oper Leipzig, die Semperoper Dresden, die Komische Oper Berlin, die Wiener Staatsoper, das Burgtheater Wien, das Théâtre Royal de la Monnaie Brüssel, die Opéra Garnier Paris und das Opernhaus Zürich. Sie inszenierte Uraufführungen u. a. von Bertolt Brecht und Paul Dessau und wurde für ihr Werk vielfach geehrt, u. a. mit dem Nationalpreis der DDR. Sie war seit 1962 Mitglied der SED, seit 1972 Mitglied der Akademie der Künste der DDR und blieb auch nach der Wende Mitglied der in PDS umbenannten Partei. An der Hamburgischen Staatsoper inszenierte sie 1988 Tristan und Isolde – die Produktion wird seitdem im Repertoire des Hauses gehalten. Ruth Berghaus verstarb 1996 in Zeuthen.