Beitrag des NDR Hamburg Journal
vom 31. August 2026
Auftakt mit Ansage: ZeitenLos ist gestartet
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Zwei Abende, ein Motiv – und ein Versprechen für drei Spielzeiten: Mit dem 1. Philharmonischen Konzert in der Elbphilharmonie hat das Philharmonische Staatsorchester Hamburg seine neue Reihe ZeitenLos eröffnet. Am 30. und 31. August stand der Große Saal im Zeichen von Tschaikowskys „Fatum“, Fazıl Says „Silence of Anatolia“ und einer ungewöhnlichen Beethoven-Collage unter der Leitung von Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber – und im Zeichen einer Partnerschaft, die weit über diesen Abend hinausreicht.
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SCHICKSAL ALS ROTER FADEN
Den Auftakt machte Tschaikowskys sinfonische Dichtung „Fatum“, gefolgt von Fazıl Says „Silence of Anatolia“, das der Komponist selbst am Klavier interpretierte. Von dort führte der Abend mitten hinein in Beethoven: Statt einer Sinfonie im gewohnten Ablauf montierte Omer Meir Wellber Sätze aus der Vierten, Fünften und Siebten zu einem neuen Klangraum – mit dem berühmten „Schicksalsmotiv“ der Fünften als Angelpunkt. Der Titel der Reihe wird damit gleich beim ersten Konzert Programm: ZeitenLos begreift Beethovens Sinfonik nicht als Museumsstück, sondern als Material, das neu befragt werden darf.
Es ist der Auftakt eines großen Vorhabens: Über die gesamte Saison verteilt bringt Wellber alle 37 Sätze der neun Beethoven-Sinfonien in immer neuen Zusammenstellungen zu Gehör – rechtzeitig zum 200. Todestag des Komponisten im Jahr 2027 und passend zum 200-jährigen Jubiläum des Orchesters selbst, dessen Wurzeln bis in die Philharmonische Gesellschaft von 1828 zurückreichen.
EINE MILLION EURO FÜR DIE ZUKUNFT DES ORCHESTERS
Der zweite große Moment des Abends fand nicht auf, sondern neben der Bühne statt: Mit dem 1. Philharmonischen Konzert wurde erstmals öffentlich, dass die Michael Otto Stiftung das Orchester auf dem Weg zu seinem Jubiläum mit einer Million Euro über die kommenden drei Spielzeiten unterstützt. Michael Otto und Omer Meir Wellber beschreiben ihre Zusammenarbeit als Ergebnis einer zufälligen Begegnung, aus der sich rasch ein gemeinsames Verständnis für die Rolle von Kultur in dieser Stadt entwickelte: „Diese Partnerschaft ist ein eindrucksvolles Zeichen einer langen Hamburger Tradition der aktiven Selbstbeteiligung der Bürger am kulturellen Leben und der Kunst ihrer Stadt“, so die beiden gemeinsam. Sie verstehen die Förderung als hanseatische „Extrameile“, die dem Orchester ihrerseits Spielraum für künstlerischen Mut verschafft – frei nach dem Bild, das sie selbst bemühen: Ohne Esterházy kein Haydn.
Auch der NDR war beim Saisonauftakt dabei: Das Hamburg Journal berichtete über das Konzert und die neue Partnerschaft und rückte damit beides einem großen Publikum weit über den Saal der Elbphilharmonie hinaus vor Augen.
WAS BLEIBT
Ein Konzertabend, der sein eigenes Motto ernst nimmt, und eine Förderzusage, die dem Orchester Planungssicherheit für sein Jubiläumsjahr gibt: ZeitenLos ist mit Anspruch und Rückenwind gestartet. Die Reihe wird in dieser Spielzeit mit weiteren neun Philharmonischen Konzerten fortgesetzt – jedes mit einer eigenen Auswahl aus Beethovens 37 Sinfoniesätzen.