Acht Dinge, die Sie vielleicht überraschen werden
Eins
Überflieger: J. S. Bach war nicht allein ein musikalisches Genie. Er übersprang in der Schule die Sexta und ging so mit seinem älteren Bruder und Cousin in eine Klasse. Mit vierzehn war er einer der jüngsten Primaner und lag rund drei Jahre unter dem üblichen Altersdurchschnitt.
Zwei
Häftling: 1717 wollte Bach seine Stelle in Weimar verlassen, um Kapellmeister bei Fürst Leopold von Anhalt‑Köthen zu werden. Er unterschrieb seinen neuen Vertrag, ohne vorher um seine Entlassung in Weimar gebeten zu haben. Der Herzog von Sachsen-Weimar ließ ihn daraufhin wegen Ungehorsams für einen Monat festsetzen, bevor er schließlich mit „angezeigter Ungnade“ entlassen wurde und seine neue Position antreten konnte.
Drei
Chronist: Um 1735 verfasste Bach den „Ursprung der musicalisch-Bachischen Familie“ – eine genealogische Übersicht seiner musizierenden Vorfahren bis zu seinem Ururgroßvater Veit Bach. Damit hielt er erstmals die weitverzweigte Musikerfamilie schriftlich fest.
Vier
Hanseat: Zumindest ein Hauch … Als J. S. Bach von 1700-1702 in Lüneburg lebte, wo er Chorknabe an der Michaelisschule war, machte er sich so oft er konnte zu Fuß auf den Weg ins anderthalb Tagesreisen entfernte Hamburg. Die Stadt zog ihn magisch an: vor allem die Orgel der Katharinenkirche, von der er sein Leben lang schwärmte, und der dortige Organist Johann Adam Reincken (1643-1722), der damals bereits eine Legende war. Ob er wohl auch die berühmte Oper am Gänsemarkt besuchte?
Fünf
Namensgeber: Die Bachs waren in Thüringen über viele Generationen als Musiker bekannt und prägten das Musikleben in Städten wie Erfurt so sehr, dass man dort noch im späten 18. Jahrhundert, wenn jemand einen Musiker meinte, oft einfach „Bache“ sagte. Ihr Name war zum Synonym für Musiker geworden.
Sechs
Waise: 1694 starb seine Mutter Elisabeth, im Jahr darauf – Johann war damals neun Jahre alt – sein Vater Johann Ambrosius. Er zog daraufhin nach Ohrdruf zu seinem 14 Jahre älteren Bruder Johann Christoph, der Organist an der St. Michaeliskirche war.
Sieben
Vater von Töchtern: Die Bach-Söhne machten Karriere. Unter den zehn Kindern von Bach, die das Erwachsenenalter erreichten, gab es auch vier Töchter, die im Hintergrund blieben. Die älteste, Catharina Dorothea, half ihrem Vater u. a. beim Kopieren von Musik.
Acht
Fernreisender: 1977 wurden einige seiner Werke auf die Voyager‑Golden‑Records ins All geschickt, zusammen mit Musik von Mozart, Beethoven und anderen Kulturschätzen der Erde. Die Aufnahmen sollten einer möglichen außerirdischen Zivilisation zeigen, wie Menschen klingen und fühlen. Bach selbst hingegen lebte sein ganzes Leben in Deutschland – seine Musik aber wurde zur interstellaren Botschafterin der Menschheit auserkoren.